Kollegah - C.B.A. (03.11.2023)

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    • das ist das endlevel an peinlihckeit. soll dann doch lieber wieder jugendlichen dne finanziellen lolly aus dem maul reißen
      And this is what it said: After the first and the second world wars
      You'd think us europeans couldn't take it no more
      But we built up and tore down the Berlin wall
      Only to build up a new and improved around our crumblin' Fort - Europa.

    • hab nochmal reingehört in den autounfall - wusste halt vorher echt nicht, dass mein schwäbischer mitfünfziger fahrzeugantriebe prof. als zweites standbein englischen gangsterrap macht.
      And this is what it said: After the first and the second world wars
      You'd think us europeans couldn't take it no more
      But we built up and tore down the Berlin wall
      Only to build up a new and improved around our crumblin' Fort - Europa.

    • laut.de schrieb:

      Vor fünfzehn Jahren hieß es noch, die Amis können seinen Namen nicht einmal buchstabieren, heute sollen die Angelsachsen als neue Zielgruppe akquiriert werden. Kollegah hat ein englischsprachiges Album aufgenommen. Von allen sehr angemessenen Fragen, die sich hierzu stellen, wie "Warum?" oder "Warum?!" oder "Heilige Scheiße, warum???" ist die sich im Laufe von "C.B.A." aber am meisten aufdrängende Frage: Für wen soll dieses exorbitant seltsame kulturelle Artefakt eigentlich sein? "Cross-Border Apocalypse", so der Titel ausgeschrieben, klingt wie eine fünfzigminütige Cut-Scene für ein extrem beschissenes Ballerspiel. Kolles Akzent ist so deutsch, verirrt sich dieses Tape aus Versehen in ein Lowrider-Autoradio an der Westküste, wird es an jenem Tag Kartoffeln über El Segundo regnen.

      Man muss ja sagen, selbst im Pantheon seiner Alphamann-Psychose, seiner Antisemiten-Psychose und seiner generellen Psychose toppt er hier tatsächlich alles mit der Annahme, dass irgendwelche Amis auf diese Art Musik gewartet haben. Folgendes Problem: Wir hatten zwanzig Jahre Zeit, uns an das Konzept Kollegah zu gewöhnen. Aber die Tatsache, dass da dieses Wikinger-Weißbrot in John Gotti-Cosplay rumsteht und abwechselnd schlechte Wortspiele macht und größenwahnsinnige Lebensweisheiten von sich gibt, das ist als hohe Kunstform gar nicht so intuitiv, wie wir (oder vor allem: Kollegah) annehmen.

      Will heißen: Wenn er ankommt und erwartet, dass sich sein zwanzig Jahre lang in die leicht zu beeindruckenden Psychen von vierzehnjährigen Deutschen gehauener Mythos einfach so auf andere Breitengrade überträgt, ist er wahrscheinlich schief gewickelt. Vor allem, weil Gangster-Rap andernorts kein komischer Witz ist, dürfte sein Larping-Rap (der in zwei Dekaden Irrsinn Schritt für Schritt vergessen hat, dass seine Gangster-Persona auf einem Pen-and-Paper-Charakterbogen basiert) dort noch ungemein peinlicher ausfallen als hier. Aber selbst deutsche Rezipienten stößt diese seltsame Adressaten-Verschiebung mit Wucht auf alles, das je am Konzept Kollegah nicht funktioniert hat. Was meint er denn, was Leute zu ihm sagen werden, mit seinem komischen Clusterfuck an unerklärlichen Image-Rap-Mutationen? "Wow, but did you hear that he studied law?"

      Natürlich gibt es auch international Fans von Punchline-Rap. Vielleicht gibt es hier und da ein paar Menschlein, die fragwürdig viel Sympathie für Deutsche in Anzügen haben, die einen deutschen Akzent sexy finden und die bereit sind, sich von Wie-Vergleichen unterhalten zu lassen. Vielleicht schafft er es ja zu King of the Dot oder so. Aber was hat er dann für Lines im Köcher? Sie schwanken. Es sind ein paar dabei, die wahrscheinlich auch für einen englischen Muttersprachler zünden. Aber dann kommen so komische, um die Ecke gedachte Rohrkrepierer wie "You get fucked when you're selfish like a seafood market." Ich sehe Anthony Fantano vor meinem inneren Auge, wie er das Video pausiert, zur Kamera schaut und sagt: "Get it? Sell fish? Like a sea food market?" und einen Lachtrack einblendet. It's not good! Auf jede okaye Line kommt ein Zehnerpack der cornisten Scheiße, die du je gehört haben wirst, garniert mit einer Delivery, so ernst und verbissen und auf beiden Seiten triefend vor deutschem Akzent. Dieses Album ist Kollegahs lustigstes bisher, leider unfreiwillig.

      Bei der Frage nach der Sympathie hilft leider nicht, dass Kolle sich mal wieder in seiner besten Alt-Right-Tracht zeigt. Auf dem Song "Molotov" mokiert er sich über Woke-Kultur und gibt Shoutouts an Andrew Tate und Donald Trump. An einem anderem Punkt der Platte heult er darüber herum, dass die deutsche Presse ihn zu Unrecht unterdrückt habe. Es ist die ganze Tour, garniert mit komischen Namedrops an Babylon und Salomon im Intro und Schüssen gegen die Snowflakes. Man rollt die Augen so oft, ich habe nach einem Hördurchgang Muskelkater im Sehnerv. Zu allem Überfluss betont Kolle dann auch noch nonstop mit einem unerklärlichen Stolz, dass er weiß sei. Keine Sorge, Bruder. Man hört es klar und deutlich.
      In dem Fall würde ich aber nicht einmal argumentieren, dass das alles gefährlich sei. Es ist einfach nur auf ganzer Tour bemitleidenswert und cringe. Dieses Album fühlt sich an wie ein Jordan Peterson-YouTube-Kommentar. Das ist Gamer-Musik, das meine ich so abwertend, wie es physisch nur möglich ist. Darüber hinaus fällt es recht schwer, genau auf dieses Album einzugehen. Es ist so erztypisch Kollegah, das eine KI es unkreativ nennen würde. Wer auch nur ein Album von diesem Mann gehört hat, der kennt jeden Song und vermutlich auch jede Line.

      Ich für meinen Teil bin ehrlicherweise nie über den Akzent hinausgekommen, aber auf jeder Ebene könnte dieses Album immer noch radikalisierten Kollegah-Jüngern einen guten Ausstiegspunkt bieten. Es ist dasselbe Kollegah-Album wie immer, aber die Tatsache, dass er meint, er könne diese Musik an ein internationales Publikum richten, lässt noch einmal in aller Frische und Deutlichkeit klar sehen, was für ein absurdes und lowkey lächerliches Phänomen dieser Kerl eigentlich ist. Es ist nicht die nächste Psychose, es ist die Summe seiner Psychosen, ein verzweifelter Anbiederungsversuch, der ihn im erfolgreichsten (?!) Falle ins Gruselkabinett des Tom McDonald-Windschattens führen wird.

      Lasst euch von der Tatsache, dass das hier problematisch ist, aber nicht von seiner Wackness ablenken. Stellt euch vor allem die wichtigen Fragen. Nämlich: Warum???
      Wollte eigtl nicht alles zitieren, aber die Review ist halt on fleek. Und das, obwohl der Autor dieser Review sonst selbst hart an der Cringe-Grenze kratzt. Hier hat er aber mal nen Volltreffer gelandet.
      I drink a lot of coffee before I go to sleep so I can dream faster.
    • iP2K schrieb:

      geisslerson schrieb:

      was kostet so ein kollegah feature eignetlich dieser tage?
      aber "jetzt kommt der boss featuring kollegah" ist nice
      das fand ich die absehbarste zeile auf dem ganzen song. cringe.
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      Sohn der Medusa, Pegasus' Bruder
      Fickt eure beschränkte Meinung von Hip-Hop, ich kenne nur circa 5 Lieder von 2Pac