Die 5 armseligsten Maschen deutscher Rapper, ihren Fans das Geld aus der Tasche zu ziehen

10 Nov 2016     AugusteDupin     Kommentare

maschen

Franz Kafka arbeitete bei einer Versicherungsgesellschaft, Johann Wolfgang von Goethe als Minister und Friedrich Schiller als Militärarzt. Während fast alle Größen der deutschen Literaturgeschichte nicht hauptberuflich Künstler waren, sondern zusätzlich einem „Brotberuf“ (Kafka) nachgingen, träumen deutsche Rapper davon, reich zu werden, indem sie ihren Fans das Geld aus der Tasche ziehen. Wir haben ihre fünf armseligsten Maschen zusammengetragen.

  • 5. Eigenes Modelabel

    Früher verkauften Rapper allenfalls Fanshirts mit ihrem Logo darauf, heute bringen sie gleich ihr eigenes „Modelabel“ an den Start. Lies: Billige Kunstlederjacken aus Fernost sowie bedruckte Pullover und T-Shirts, die so lächerlich sind, dass selbst Ted Hardy (oder wie das Arschloch heißt) sich angewidert abwenden würde. Das Ganze zu Preisen, die mittelständische Familien in die Armut stürzen – nur weil der 15-jährige Sohnemann seinem Idol nacheifert und an altersbedingter Geschmacksverirrung leidet.

  • 4. Fitnessprogramme und Eiweißpulver

    Informationen, die man kostenlos im Netz findet, lieblos aufbereitet und teuer verpackt. Oder wahlweise billigstes Eiweißpulver aus chinesischer Produktion, dessen Nährstoffzusammensetzung irgendwo zwischen Wurstsuppe und Kinder Country liegt.

  • 3. Autobiographien

    Bücher, die kein Schwanz liest. Gefüllt mit Informationen, die zur einen Hälfte frei erfunden sind und zur anderen Hälfte völlig uninteressant. Wenn es eine Liste der unnötigsten Bücher aller Zeiten gäbe, würden diverse Autobiographien deutscher Rapper um die Spitzenplätze kämpfen.

  • 2. Telefon-Hotlines

    „Ruf. Mich. An.“ Wer sich schon immer mal von seinem Idol bei der Masturbation anleiten lassen wollte, für den sind kostenpflichtige Telefon-Hotlines eine willkommene Gelegenheit. Und keine Angst: Schwul ist nur der, der die anfallenden Gebühren zahlt. Also je nach Sozialmilieu das Arbeitsamt oder die Eltern des Anrufers.

  • 1. Deluxe/Premium-Boxen

    Als alle bereits glaubten, Deutschrap könne nicht mehr alberner werden, fingen Rapper plötzlich an, ihren Alben Yps-Heft-Gimmicks wie Urzeitkrebse, Detektivlupen und Fingerabdruckpulver beizulegen. Zum Preis von früher vier Alben kaufen Uneingeweihte nun Schrott in einer hässlichen Pappschachtel – als wäre es das Normalste auf der Welt. Sogenannte Deluxe-Boxen sind tolerierbar, wenn sie vor allem Musik enthalten. In allen anderen Fällen sind sie Müll. Immer.

Natürlich gehört zu jedem beschissenen Produkt auch ein Vollidiot, der es kauft. Insofern trifft die Käufer eine Mitschuld. Aber reicht das als Ausrede? Wieso können deutsche Rapper sich nicht einfach darauf beschränken, Musik zu machen? Und wenn das damit verdiente Geld nicht reicht, einer ehrlichen Arbeit nachgehen?

Die hochkarätig besetzte Ethikkommission von Raptalk wird diese Fragen in den nächsten Tagen ausgiebig diskutieren und ihre Ergebnisse dann im Forum präsentieren. Wenn auch du gerne über Deutschrap schimpfst, solltest du dich jetzt anmelden.

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